- Co-Präsident Angelo Bont, das neue Vorstandsmitglied Pascale Perrino-Spirig, Kriessern, die zurückgetretenen Peter Zünd und Beni Hutter. Bild: rz

 

 

An der Mitgliederversammlung des Museumsvereins Oberriet und der anschliessenden Vernissage der Dauerausstellung „Vom Törgga zum Ribel“ wurden diverse Neuerungen aufgezeigt. Der grosse Estrich im Stall wird aufgewertet.

Rösli Zeller

Oberriet. Es ist offensichtlich, dass die Verantwortlichen mit der neuen Ausstellung „Vom Törgga zum Ribel“ den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Mit diesem Thema werden bei vielen nicht nur Erinnerungen an die Kindheit wach, sondern das Kulturgut und wertvolle (heute AOC-geschützte) Nahrungsmittel findet immer breiteren Anklang.

Positive Veränderungen

Das Wohlwollen, die finanzielle und ideelle Unterstützung durch die Gemeinde Oberriet sowie die fünf Ortsgemeinden würdigte Co-Präsident Angelo Bont in seinen einleitenden Worten. Als Gäste konnte er Gemeinderat Beni Heeb und Referent Hans Oppliger vom Verein Rheintaler Ribelmais begrüssen. Das Vereinsjahr wurde geprägt durch Veränderungen und Neuerungen. So machte Angelo Bont auf die neue Dauerausstellung „Vom Törgga zum Ribel“, die neuen Treppen im Stall und in den Estrich (anstelle einer Estrichklappe) und die Neugestaltung des Gemeindesaals, wo die Dauerausstellung untergebracht ist. Zudem wird bei Vernissagen oder grösseren Anlässen jeweils ein Zelt direkt beim Stalleingang aufgebaut, so dass der Stall und das Zelt eine Einheit bilden.

Kassier Emil Zeller präsentierte die Rechnung, welche mit einem kleinen positiven Ergebnis abgeschlossen werden konnte. Er machte darauf aufmerksam, dass die Museumsnacht und das Museumsfest (8./9. Juni) wieder wie vor zwei Jahren auf dem Werkhofareal stattfinden werden. Dieses Areal habe sich als äusserst ideal erwiesen.

Rücktritte und Wahlen

Archivar Peter Zünd und Beni Hutter, als Vertreter der Dorfschaft Kriessern, gaben ihren Rücktritt bekannt. „Die verschiedenen Dörfer sollen weiterhin im Vorstand vertreten sein. In Pascale Perrino-Spirig, Kriessern, haben wir eine ideale Nachfolgerin gefunden. Sie hat grosses Interesse am Thema Kunst und ist selber künstlerisch tätig“, machte Angelo Bont aufmerksam. Die Kunst erhalte damit noch mehr Wert im Museum. Einstimmig wurde Pascale Perrino-Spirig gewählt.

Die Nachfolge für Peter Zünd als Archivar ist noch vakant.

Angelo Bont ehrte Beni Hutter, welcher seit 38 Jahren (der Verein existiert seit 40 Jahren) sehr aktiv im Vorstand tätig war. Er habe sich grosse Verdienste ums Museum erworben und grossen Anteil an der baulichen Entwicklung.

Peter Zünd war seit der Gründung und dem Aufbau des Museums aktiv dabei. Er war während Jahren als Kustos, Präsident und Archivar tätig. „Das Museum wurde zu seinem Kind. Ihm war es ein grosses Anliegen, die Museumsleitung in jüngere Hände zu geben“, so Bont.

Mühlentag, Museumsfest, Museumsnacht, Kunstschaffende

Am kommenden Samstag, 11. Mai, wird von 10 bis 15 Uhr zum Mühlentag ins Museum eingeladen.
An der Museumsnacht, 8. Juni, wird der Film „Herzstark“ von Kuno Bont aufgeführt. Zudem wird als Attraktion das Holzrücken mit Pferd gezeigt.
Am Sonntag, 9. Juni, werden der Familienchor Kriessern und eine kleine Musikgruppe das Museumsfest umrahmen. Oldtimer-Traktoren werden ausgestellt und eine Museumsrallye findet statt. Es wird eine Festwirtschaft geführt.
Am 28. Juni findet die Vernissage „Kunstschaffende aus Oberriet“ statt.
Am 23./24. November wird erstmals zu einer Winterausstellung „Winterzauber“ ins Museum eingeladen.
Am 31. Dezember wird das Altjohr-Usschälle durchgeführt.

 


Vernissage

„Vom Törgga zum Ribel“

Durch die Vernissage „Vom Törgga zum Ribel“ führte Co-Präsident Alfons Ammann. Er versicherte, dass diese Dauerausstellung nicht beendet sei, sondern dass sie mit weiteren Objekten noch wachsen soll.

„Wir wollen mithelfen, kommenden Generationen unsere Kulturgüter wie der „Törgga“ oder die Vielfalt der Dialekte weiterzugeben und deshalb hin und wieder Neues zu wagen“, sagt Ammann.

Hans Oppliger vom Verein „Rheintaler Ribelmais“ referierte zum Thema „Rheintaler Ribel – ein ausgezeichneter Botschafter unserer Region“. Der Törgga-Anbau und das Ribelessen sind in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgegangen. Man könne den Törgga  nur am Leben erhalten, wenn das Interesse dafür geweckt werde. Der Ribel – das einstige Hauptnahrungsmittel der Region – gehöre mehr auf den Speiseplan und sei nicht nur fürs Museum geschaffen. Referent Oppliger zeigte sich erfreut über die informative und modern gestaltete Ausstellung, welche fundierten Einblick in dieses Kulturgut vermittelt.

Zum Abschluss wurde Ribelsuppe, von Flavio Loher gekocht, serviert. Ribel wird beim Museumsfest angeboten.

Oberriet. Während zehn Jahren engagierte sich der von Josef und Gertrud Dietschi, Hard, initiierte Törggahöckler-Verein in der Region mit dem Ziel, den einheimischen Törgga, das Ribelmehl als vielseitig verwendbares Nahrungsmittel wieder bekannter und beliebter zu machen. Weil sich keine Nachfolger in den Vorstand finden liessen, wurde der Verein Ende letzten Jahrs mit grossem Bedauern aufgelöst. Aus dem kleinen Vereinsvermögen überreichten Präsident Reini Dietschi und Kassierin Gertrud Dietschi den Co-Präsidenten des Museumsvereins Oberriet, Angelo Bont und Alfons Ammann (li), einen Scheck von 250 Franken. Die Beschenkten versicherten, den Betrag ganz im Sinne des Törggahöckler-Vereins einzusetzen. Dies ist mit der am Freitagabend eröffneten Dauerausstellung „Vom Törgga zum Ribel“ passend und aktueller denn je. rz

Das über 100jährige Prachtstück, eine handbetriebene Ribelmühle, im Museum Rothus. Bild: rz

Am Schweizer Mühlentag wird in zahlreichen zum Teil uralten Mühlen die traditionelle Mühltechnik erlebbar gemacht. Auch im Gemeindemuseum Rothus wird sie vorgestellt.

Rösli Zeller

Oberriet. Seit Menschengedenken dient die Mühle dem alltäglichen Leben in vielfältiger Weise. Die Mühlen haben nicht nur eine lange Tradition sondern eine Bedeutung genau so wie die Wasserkraft.

Funktionstüchtige Getreidemühle

Im Gemeindemuseum steht seit 1976 die funktionstüchtige Getreidemühle Halter vom Rehag. Dort wurde sie bis weit ins letzte Jahrhundert ursprünglich durch ein Wasserrad betrieben, dann erfolgte eine Versetzung und Elektrifizierung. Der Elektromotor stammt aus den Jahren um 1920. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts stand sie in Gebrauch, zuletzt noch für Törgga. Aus diesen Körnern wurde feines Ribelmehl. Zudem verfügt das Museum über eine kleine Steinmühle und einen Walzenstuhl, beide handbetrieben.

Am Mühlentag, Samstag, 11. Mai, ist das Museum von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Die Maschinen sind in Betrieb und im Ribelstübli kann feines Ribelmehl und das „Ribelbuch“ gekauft werden. Zudem wird das Ribel-Kochteam Gertrud und Sepp Dietschi köstlichen Ribel anbieten

Mühlentag und Museumsfest

Dank des kleinen Umbaus im Stall kommt die Halter-Mühle viel besser zur Geltung. Für den Mühlentag wie auch das Museumsfest vom 9. Juni wurde dem Museum vom Verein „Rheintaler Ribelmais“ eine weit über 100jährige handbetriebene Ribelmühle zur Verfügung gestellt. Albin Hutter aus Kriessern hat das prachtvolle Stück fachgerecht restauriert. Beni Hutter, Kriessern, der beim Einrichten der „Ribelausstellung“ mit Rat und Tat zur Seite stand, nennt diese Mühle eine Luxusmühle der damaligen Zeit.

Selbstverständlich kann am Mühlentag, 11. Mai, auch die neue Ausstellung „Vom Törgga zum Ribel“ besichtigt werden.

 

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