Am 14. Schweizer Mühlentag öffnen zahlreiche Mühlen ihre Pforten. Im Gemeindemuseum steht eine Handmühle für Interessierte bereit.

Rösli Zeller

Oberriet. Das Museum Rothus ist nicht nur im Besitz der „Halter Mühle, Rehag“, sondern auch weiterer Gegenstände im Zusammenhang mit der Müllerei, dem Getreideanbau. Die Dauerausstellung vom Mais zum Ribel ist im gleichen Gebäude wie die „Müllerei“. Am Schweizer Mühlentag, welcher national am Samstag, 31. Mai, durchgeführt wird, ist das Museum geöffnet.

Viele Mühlen prägten das Dorf

In Oberriet standen einst verschiedene Mühlen in Betrieb. Der Getreideanbau, dazu gehörte auch der Törgga, war einst ein wichtiges Unternehmen. Fast jede Familie pflegte ihren Acker, wo Tögga angepflanzt wurde. Damals konnten Kleinstmengen in die Mühlen zum Mahlen gebracht werden. Wer Zeit genug hatte, der konnte dem Müller über die Schulter schauen und feststellen, dass nur sein Törgga gemahlen wurde. Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts stand „Müller Grabers Mühle“ an der Kellenstrasse, mitten im Dorf, in Betrieb. Die Halter Mühle im Rehag, welche im Museum einen würdigen Platz gefunden hat, wurde vor dieser Zeit ausser Betrieb gesetzt.

Selber Törggakörner mahlen

Am Mühlentag steht den Besuchern eine Handmühle, eine Leihgabe des Vereins Rheintaler Ribelmais Rheinhof, Salez, zur Verfügung. Es wird dazu eingeladen, selber Törgga zu mahlen.

Zudem können Rheintaler Ribelmehl und Bücher zum Thema Ribel gekauft werden. Die Ribelausstellung vermittelt genauso viele Informationen wie der Film „Nöd afach Törgga – Lebensmittel und Kulturgut“.

Familien sind eingeladen, an einem Museumsrallye, einem Detektivspiel, teilzunehmen. Da gibt es schöne Preise zu gewinnen. Das Museum Rothus ist am Samstag, 31. Mai, von 14  bis 17 Uhr geöffnet.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Museum oder an einem der Anlässe. 

Altjohrusschäller in Oberriet

 

In den Dörfern Montlingen, Eichenwies und Oberriet waren ab Silvestermittag „Altjohrusschäller“ unterwegs. Gesammelt wurde für das Museum Rothus.

Der Brauch des Altjohrusschället ist in der Gemeinde Oberriet uralt. Wieder belebt wurde er in etwas abgeänderter Form vor bald 40 Jahren, vor allem durch den Initianten Ruedi Loher. Obwohl es in den letzten Jahren immer schwieriger wurde, Kinder für diesen Einsatz zu gewinnen, konnten am Silvester in Oberriet, Eichenwies und Montlingen einige Gruppen auf Sammeltour ausgesandt werden. In Oberriet instruierte Flavio Loher die Mädchen und Knaben. In Eichenwies war Pascale Perrino aus Kriessern, Vorstandsmitglied des Museumsvereins, verantwortlich und in Montlingen stand Silke Schlör Schlickeiser, Museumsleiterin, im Einsatz. Die Altjohrusschällerinnen und –schäller überbrachten der Bevölkerung Glück- und Segenswünsche mit den Worten: „I wünscha der a guets nöis Johr, dass du lang lebscht und gsund blibscht, und wenn’d sterbscht in Himmil kunscht.“ Sämtliche Geldspenden werden für die Infrastruktur des Museums aufgewendet. Bewohner, die nicht zu Hause waren, wurden mit einem Brief und einem Einzahlungsschein bedient, so dass auch sie die Möglichkeit haben, dem Museumsverein eine Spende zukommen zu lassen. Die Altjohrusschäller wurden von vielen Bewohnern mit Süssigkeiten und Knabbereien beschenkt, und vom Museumsverein erhielten sie für ihre Einsätze einen „Sackrappen“. Die Museumsverantwortlichen danken allen Spendern für die Grosszügigkeit und wünschen ebenfalls nur das Allerbeste für das neue Jahr.rz