Das Schlussfest  zum Ende der Museumssaison ist zu einer geschätzten Tradition geworden und lockt entsprechend viele Interessierte an. Das wunderbare Herbstwetter trug ein Übriges zum grossen Besucheraufmarsch bei. Vor dem Museum zeigte Tabea Perrino, wie das Schuhmachen von Grund auf vor sich geht. Die im dritten Ausbildungsjahr stehende junge Frau erlernt das Handwerk in Berlin bei der renommierten Schuhmacher-Manufaktur, Massschuhmacherei Kirstin Hennemann.

Bis 300 Arbeitsschritte

Zur Erstellung eines Paars Massschuhe benötigt die Schuhmacherin, der Schuhmacher drei bis vier Termine. Dazu gehören das Massnehmen, die Modellabsprache und unter anderem das Erstellen eines transparenten Kunststoffprobeschuhs. Erst dann wird der Schaft genäht und über den Leisten gezwickt, so dass eine Zwischenprobe mit dem Originalmaterial möglich ist. Nach ungefähr 300 Arbeitsschritten ist die Arbeit vollbracht. Wie von Tabea Perrino zu erfahren war, hat sich vor allem der klassische Herrenschuh in seiner Form, in seinem Design kaum verändert. „Verschiedene Arbeiten werden seit dem Mittelalter praktisch unverändert ausgeführt. Selbst Werkzeuge sehen noch gleich aus“, sagt die angehende Massschuhmacherin. Werden für die aufwändigen Schuhe für gewisse Arbeitsschritte einige Stunden aufgewendet, so geschehe dies zum Beispiel in China vollautomatisch in wenigen Sekunden.

Kunstwerke, Kuchen, Kürbissuppe, Kaffee

In den Museumsräumen konnten noch einmal Gemälde von Ruedi Schegg besichtigt werden. Zudem bestand Gelegenheit, verschiedene museumseigene Filme anzuschauen. In der Ratsstube herrschte ein Kommen und Gehen, denn Carmens Museumsbeizli lud zum gemütlichen Verweilen bei kulinarischen Köstlichkeiten ein.

Auch im kommenden Jahr verzichtet das Museum Rothus auf das Erheben eines Eintritts. 

Rösli Zeller