In Wollerau auf einem Bauernhof verbrachte Charly Iten seine Kinder- und Jugendjahre. Später arbeitete er als Autospengler und Autospritzer bei seinem Bruder in Lüchingen, wo er heute noch wohnt und sein Hobby pflegt.

Zigeunern das Handwerk abgeschaut

Ihr Land habe damals an einen Wald gegrenzt. „Während den Sommermonaten kamen immer Zigeuner mit dem Handwagen mit einer Plache versehen und lebten im Wald“, blickt Charly Iten in seine Kindheit zurück. Es waren noch echte Zigeuner, die das Korben beherrschten. Oftmals schaute er ihnen als Schüler bei der Arbeit zu und probierte es zu Hause selber aus. Mit der Zeit verfeinerte Iten das Flechten mit den Wildmaterialien und lernte auch verschiedene Kniffe kennen. Seine Schwägerin Verena schenkte ihm später ein Buch zum Thema „Korbflechten“. Da konnte er noch einiges dazulernen. „Das Korben machte ich nie zum Geldverdienen und mache dies auch heute nicht. Das Korben war und blieb seine Freizeitbeschäftigung nebst dem Pflegen eines kleinen Gemüse- und Obstgartens.

Reine Naturmaterialien

Die Körbe, vom kleinsten Körblein bis zu Zainen, sind alles Eigenkreationen. Die Materialien sind Natur pur. „Ich verwende Weiden-, Hartriegel- und Ligusterruten, die ich beim Rhein draussen oder in Windschutzstreifen schneide“, sagt Charly Iten. Die Hartriegelruten verleihen den Körben mit der intensiven roten Farbe ein besonderes Gepräge.

Für das Demonstrieren, am Sonntag, 24. August von 14 bis 17 Uhr im Museum Rothus, hat Iten bereits einiges vorbereitet. Für Kinder, die ins Museum kommen, hat er kleine aber besonders hübsche Überraschungen bereit, die sie unentgeltlich mitnehmen dürfen. (rz)

Projekt-Präsentationen im Museum

Das Museum Rothus lädt zusammen mit dem Oberstufenzentrum Montlingen zu einer Finissage ins Museum ein. Schüler-Projekte werden präsentiert.

Seit anfangs Juni stellten erstmals Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums Montlingen im Gemeindemuseum Arbeiten der Projekttage aus. Zudem wurden Projekte der Begabungsförderung des zu Ende gehenden Schuljahrs präsentiert. Die Vernissage war ein überraschend grosser Erfolg. Bei der Schlussveranstaltung von kommendem Donnerstag, 26. Juni, werden um 18.30 Uhr, Projekte der Begabungsförderung noch einmal vorgestellt. Die Arbeiten sind überaus erfreulich, interessant und verdienen es, einem breiten Publikum vorgestellt zu werden. Bei der Vortragsreihe an der Finissage werden die Projekte „Batterien“; „Wasserstoff“; „Wasser“; „Der Rhein“; „Interaktive Geschichte“ und „Stadtentwicklung in Nordamerika und Europa am Computerspiel SimCity“ simuliert.

Zu diesem Anlass ist die breite Öffentlichkeit eingeladen.

Das Museum Rothus öffnete am Samstag, dem Nationalen Mühlentag, die Türen. Eine Handmühle vom Verein Rheintaler Ribelmais stand für die Besucher bereit.

Im Gemeindemuseum steht die „Halter“-Mühle. Ein Mahlgang und ein Walzenstuhl aus dem Mühlen- und Sägeweiler Rehag beim Hirschensprung stammen aus der Zeit, als die Mühle durch ein Wasserrad betrieben wurde. Zudem hat das Museum seit einem Jahr eine Dauerausstellung zum Thema „Vom Törgga zum Ribel“ eingerichtet. Am Mühlentag stand im Freien eine Handmühle, die vom Verein Rheintaler Ribelmais leihweise zur Verfügung gestellt wurde. Eine Frau aus Eichenwies brachte ihren selber angepflanzten Törgga zum Mahlen mit. Die knochenharte Arbeit machte Spass und lockte Interessierte an. Es kostete einige Mühe, bis genug Mehl für einen währschaften Ribel gemahlen war. Hauptsache war, dass das Mahlen allen Spass machte.

Rheintaler Ribelmehl, Ribelchips und Bücher zum Thema Ribel konnten gekauft werden. Für Interessierte stand der Film „Nöd afach Törgga“ – Lebensmittel und Kulturgut“ bereit. Dieser Film gibt fundierten Einblick vom Ribelpflanzen bis zum köstlichen Rheintaler Gericht Ribel. rz

Am 14. Schweizer Mühlentag öffnen zahlreiche Mühlen ihre Pforten. Im Gemeindemuseum steht eine Handmühle für Interessierte bereit.

Rösli Zeller

Oberriet. Das Museum Rothus ist nicht nur im Besitz der „Halter Mühle, Rehag“, sondern auch weiterer Gegenstände im Zusammenhang mit der Müllerei, dem Getreideanbau. Die Dauerausstellung vom Mais zum Ribel ist im gleichen Gebäude wie die „Müllerei“. Am Schweizer Mühlentag, welcher national am Samstag, 31. Mai, durchgeführt wird, ist das Museum geöffnet.

Viele Mühlen prägten das Dorf

In Oberriet standen einst verschiedene Mühlen in Betrieb. Der Getreideanbau, dazu gehörte auch der Törgga, war einst ein wichtiges Unternehmen. Fast jede Familie pflegte ihren Acker, wo Tögga angepflanzt wurde. Damals konnten Kleinstmengen in die Mühlen zum Mahlen gebracht werden. Wer Zeit genug hatte, der konnte dem Müller über die Schulter schauen und feststellen, dass nur sein Törgga gemahlen wurde. Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts stand „Müller Grabers Mühle“ an der Kellenstrasse, mitten im Dorf, in Betrieb. Die Halter Mühle im Rehag, welche im Museum einen würdigen Platz gefunden hat, wurde vor dieser Zeit ausser Betrieb gesetzt.

Selber Törggakörner mahlen

Am Mühlentag steht den Besuchern eine Handmühle, eine Leihgabe des Vereins Rheintaler Ribelmais Rheinhof, Salez, zur Verfügung. Es wird dazu eingeladen, selber Törgga zu mahlen.

Zudem können Rheintaler Ribelmehl und Bücher zum Thema Ribel gekauft werden. Die Ribelausstellung vermittelt genauso viele Informationen wie der Film „Nöd afach Törgga – Lebensmittel und Kulturgut“.

Familien sind eingeladen, an einem Museumsrallye, einem Detektivspiel, teilzunehmen. Da gibt es schöne Preise zu gewinnen. Das Museum Rothus ist am Samstag, 31. Mai, von 14  bis 17 Uhr geöffnet.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Museum oder an einem der Anlässe. 

Altjohrusschäller in Oberriet

 

In den Dörfern Montlingen, Eichenwies und Oberriet waren ab Silvestermittag „Altjohrusschäller“ unterwegs. Gesammelt wurde für das Museum Rothus.

Der Brauch des Altjohrusschället ist in der Gemeinde Oberriet uralt. Wieder belebt wurde er in etwas abgeänderter Form vor bald 40 Jahren, vor allem durch den Initianten Ruedi Loher. Obwohl es in den letzten Jahren immer schwieriger wurde, Kinder für diesen Einsatz zu gewinnen, konnten am Silvester in Oberriet, Eichenwies und Montlingen einige Gruppen auf Sammeltour ausgesandt werden. In Oberriet instruierte Flavio Loher die Mädchen und Knaben. In Eichenwies war Pascale Perrino aus Kriessern, Vorstandsmitglied des Museumsvereins, verantwortlich und in Montlingen stand Silke Schlör Schlickeiser, Museumsleiterin, im Einsatz. Die Altjohrusschällerinnen und –schäller überbrachten der Bevölkerung Glück- und Segenswünsche mit den Worten: „I wünscha der a guets nöis Johr, dass du lang lebscht und gsund blibscht, und wenn’d sterbscht in Himmil kunscht.“ Sämtliche Geldspenden werden für die Infrastruktur des Museums aufgewendet. Bewohner, die nicht zu Hause waren, wurden mit einem Brief und einem Einzahlungsschein bedient, so dass auch sie die Möglichkeit haben, dem Museumsverein eine Spende zukommen zu lassen. Die Altjohrusschäller wurden von vielen Bewohnern mit Süssigkeiten und Knabbereien beschenkt, und vom Museumsverein erhielten sie für ihre Einsätze einen „Sackrappen“. Die Museumsverantwortlichen danken allen Spendern für die Grosszügigkeit und wünschen ebenfalls nur das Allerbeste für das neue Jahr.rz