Die Vernissage zur Ausstellung „Von der Rebe zum Wein, auch ein Stück Oberrieter Geschichte(n)“ stiess auf grosses Interesse.

Dass das Rheintal das grösste Rebbaugebiet im Kanton St. Gallen ist, schien viele zu erstaunen. Wie stark die Rheintaler Winzer sind und wie lange die Geschichte des Rebbaus in diesem Tal ist, zeigten Markus Hardegger, Leiter Fachstelle Weinbau, Landwirtschaftliches Zentrum SG, Rheinhof Salez, in seinem Referat und Museumsleiterin Silke Schlör Schlickeiser in ihrer Vernissagerede auf.

Alfons Ammann, Präsident des Museumsvereins Oberriet, machte in seinem Grusswort darauf aufmerksam, dass nicht der Produktionsvorgang, sondern dass der Referent wie auch die Ausstellung die Geschichte des Rebbaus aufzeigen würden. Gitarristin Rebekka Müller umrahmte die Vernissage.

Rebkultur früher und heute

Im Kanton wird der Rebbau, so Markus Hardegger, in 33 Gemeinden gepflegt. Er zeigte nicht nur mit Worten sondern auch mit Bildern auf, wie die Rebkultur früher und heute gehandhabt wurde. Zudem hatte er vom Rebberg in Frümsen Trauben und frischen, noch nicht ganz süssen Saft mitgebracht. 400 Winzerinnen und Winzer bebauen eine Rebfläche von 220 Hektaren mit 32 Rebsorten im Kanton. 25 Betriebe pflegen die Kelterung. Der Weinbau im Rheintal habe viel Potenzial. „Das Beste, das dem Winzer geschehen kann, ist, wenn die Bevölkerung dahinter steht, wenn sie den einheimischen Wein konsumiert“, sagt Hardegger. Der Weinbau in unserer Region habe eine Zukunft, denn junge, motivierte und gut ausgebildete Rebbäuerinnen und –bauern nehmen sich dem Rebbau mit Liebe zur Sache an. Wie eine Öchslewaage, ein Refraktor funktioniert, demonstrierte der Weinbau-Fachmann.

Blütezeit im 15. Jahrhundert

Während Jahrzehnten bauten in Oberriet, so die Museumsleiterin, viele Bauern nur für den Eigenbedarf Reben an. Eine regelrechte Hochblütezeit in der Region hat der Rebbau im 15. Jahrhundert erlebt.

Silke Schlör wurde durch Jolanda Mattle und das Winzerpaar vom Moos, Gabi und Romeo Weber, für die Ausstellung, welche bis zur Finissage am 25. Oktober dauert, unterstützt. Webers begleiteten den Abend und schenkten ihren Wein aus. Das Ortsmuseum Thal stellte Infotafeln, Gegenstände und ein Modell eines Torkels zur Verfügung. Ein Film vom Ortsmuseum Berneck gibt ebenfalls Einblick in den Rebbau. Eine Wappenscheibe von Abt Gallus Alt (ein Oberrieter) stellt das Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen leihweise zur Verfügung. (rz)

 

Die neue Ausstellung, welche bis Saisonabschluss am 25. Oktober dauert, wird am Freitag, 21. August, um 19 Uhr mit einer allen zugänglichen Vernissage eröffnet. Mit ihr soll vor allem, aber nicht nur an die Rebbau-Geschichte von Oberriet erinnert werden. Der St. Galler Rebbaukommissär, Markus Hardegger vom Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez, wird die Vernissagerede halten. Mit Musik wird die Eröffnung umrahmt und selbstverständlich gibt es dabei den köstlichen Rebensaft zu degustieren. Das einheimische Winzerpaar Gabi und Romeo Weber-Stieger vom Moos wird anwesend sein und gerne auf Fragen eingehen. In der sehr schön aufgemachten Broschüre „Wer sein Herz der Region schenkt, erlebt ihre Seele“, herausgegeben vom Verein Rheintalwein, Berneck, sagt Gabi Weber: „Die Freude am Leben soll man auch in unseren Weinen spüren.“ Mit einer reich gestalteten Infowand, welche Museumsleiterin Silke Schlör Schlickeiser gestaltet hat, wird nicht nur auf die Rebbau-Geschichte Oberriets eingegangen, sondern viel Allgemeinwissen rund um den Rebbau vermittelt.

Am Sonntag, 25. Oktober, werden anlässlich des Saisonabschlussfests, verschiedene Rheintaler Winzer anwesend sein. Carmen‘s Museumsbeizli wird nicht nur dann geöffnet sein, sondern auch am Sonntag, 23. August, von 14 bis 17 Uhr.

Am Sonntag hatte das Museum Rothus mit Carmens Museumsbeizli die Türen geöffnet. Aufgrund des schönen Wetters wurde das Spinnen am Spinnrad ins Freie verlegt.

Mit besonderen Aktivitäten machen die Museumsverantwortlichen regelmässig auf das Museum aufmerksam. Am Sonntag zeigte Gabriela Liebrand, wie das Spinnen am Spinnrad vor sich geht. Die passionierte Handarbeiterin, Strickerin und Spinnerin erklärte dieses alte Handwerk und gab bereitwillig Auskunft.

Gabriela Liebrand beschäftigt sich aber nicht nur mit den Themen Wolle, Garne und stricken sondern sie führt in Gams das „Wollcafé“. Ihre Philosophie lautet, sich wohl- und wollfühlen. Der ganzjährige Treffpunkt in Gams steht allen Handarbeitsinteressierten offen. In Kursen können alte Handarbeitstechniken erlernt werden.

Das „Wollcafe“ ist seit letztem September auch in Altstätten an der Obergasse 7 vertreten. Auch dort wird zum Verweilen, zum Fachsimpeln eingeladen. rz

 
 
 
 
 

In der Scheune des Museums steht nicht nur die „Halter-Mühle“ aus dem Rehag, sie wurde in Betrieb gesetzt, jedoch ohne Körner zu mahlen, sondern auch eine weitere uralte Mühle. Am Mühlentag stand zudem im Freien eine alte Handmühle zum Mahlen selber mitgebrachter oder vom Museum zur Verfügung gestellter „Törggakörner“. Wer diese Mühle betätigte, stellte bald fest, dass das von Hand Mahlen nicht ohne Kraftanstrengung geht und nicht nur sehr feines Mehl in die Holzschubladen rieselt, sondern, dass dabei auch viel grobes „Material“ anfällt. Für einen Ribel musste deshalb vor langer Zeit das Gemahlene noch gesiebt werden. Der Rest wurde den Hühnern oder Schweinen verfüttert, die diese Köstlichkeit mit Hochgenuss genehmigten. Am Mühlentag konnte zudem die Ausstellung „Schule Kobelwald“ besichtigt und in Carmen’s Museumsbeizli die Gemütlichkeit bei feinem Gebäck gepflegt werden. rz

Der Schweizer Mühlentag, Samstag, 16. Mai, wird organisiert von der Vereinigung Schweizer Mühlenfreunde. Über 80 historische Mühlen und Wasser betriebene Sägereien öffnen am Mühlentag ihre Türen. Mit dabei ist einmal mehr auch das Museum Rothus.

Ein Mahlgang und ein Walzenstuhl aus dem Mühlen- und Sägeweiler Rehag (beim Hirschensprung) sind im Museum ausgestellt. Die damals durch ein Wasserrad betriebene Mühle und später unweit versetzt sowie elektrifizert stand dort bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Gebrauch. Zuletzt wurde noch Törgga gemahlen. Im Museum Rothus wurde sie 1976 funktionstüchtig installiert und von einem Elektromotor (1920er Jahre) angetrieben. Nebst dieser Mühle ist das Museum im Besitz einer kleinen Steinmühle und einem Walzenstuhl, beide handbetrieben.

„Der Läuferstein der Halter-Mühle läuft wieder, er wurde kürzlich in Stand gesetzt“, sagt Museumsleiterin Silke Schlör. Am Mühlentag, Samstag, 16. Mai, kann von 14 bis 17 Uhr Törgga gemahlen werden. Wer eigene Körner hat, kann sie mitbringen und gleich vor Ort mahlen. Carmen’s Museumsbeizli ist am Mühlentag geöffnet. rz

 

Nach mehrjährigem Unterbruch fand die Mitgliederversammlung in Kriessern statt. Autor Gregor Loser und Josef Savary traten im zweiten Teil des Abends auf.

Im Rahmen seiner Möglichkeiten versuche der Vorstand des Museums Rothus, die Leitidee „Museen sind die Hüter der Vergangenheit, sie sollen aber auch das Spiegelbild unserer kulturellen Gegenwart sein“, in die Tat umzusetzen, sagte Co-Präsident Alfons Ammann in seinem Grusswort. Er leitete zum ersten Mal die Versammlung und stellte seine einleitenden Worte unter die Themen „Hüter der Vergangenheit“, „Spiegelbild unserer kulturellen Gegenwart“ und „Museum eine Zukunft“.

Rothus leistet Pionierarbeit

Ein Hüter der Vergangenheit könne nur sein, wer zum Beispiel die Erfassung der gesammelten Objekte verbessere. Mit der Inventarisierungssoftware „Collectr“ werde eine einfache Lösung geboten. „Collectr“ sei ideal geeignet für kleinere und mittlere Museen und Museumsverbände. Diese Software wird in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband St. Gallen umgesetzt. Das Museum Rothus leistet, so Ammann, Pionierarbeit, weil die Museumsleiterin Silke Schlör die Vorteile erkannt hat und das Programm mit Erfolg einsetzt. Lediglich zwei Museen setzen im Kanton bis jetzt diese Software ein.

Berührungsängste abbauen

Welche Bedeutung die Ausstellungen einheimischer Kunstschaffender und das „Holen“ von Schulen ins Museum haben, zeigte er auf. Letztes Jahr machte die Schule Montlingen mit einer Ausstellung auf sich aufmerksam. Diesen Monat wird die Schule Kobelwald im Rothus mit einer attraktiven Ausstellung aufwarten. Ein weiteres Spiegelbild der kulturellen Gegenwart bildete der zweite Teil des Abends. Gregor Loser, Autor des Buches „Dr. Sepp“ (es findet nationale Beachtung) und sein Gesprächspartner Josef Savary waren vor Ort.

Letztlich müsse es aber gelingen, dem Museum mit den verschiedenen Aktivitäten eine Zukunft zu geben. Ein Ziel sei, mit dem Beitrag der Schule bei der jungen Generation Berührungsängste abzubauen.

Sorge zur Vergangenheit

Wichtig sei der Kontakt mit den Behörden. Gerade ihre Unterstützung sei besonders wertvoll für eine Zukunft gerichtete Arbeit.

Kassier Emil Zeller kommentierte die Rechnung, welche einen Aufwand von fast 60000 Franken ausweist.

Ehrend wurde Maria Kühnis-Sieber gedacht. Sie setzte sich jahrelang als versierte Revisorin ein.

Mit speziellen Aktivitäten wie „Winterzauber“ oder besondere Ausstellungen können Besucher ins Museum geholt werden. „Wir müssen zur Vergangenheit Sorge tragen und dabei auch den Blick in die Zukunft richten“, appellierte Ammann. Er würdigte die Arbeit aller ehrenamtlich Tätiger.

Zweiter Band erscheint

Grosse Beachtung fand der Auftritt von „Dr. Sepp“ und Gregor Loser. Der Autor hatte bereits vor sieben Jahren die Idee zum Buch „Dr. Sepp“. Sehr bald war das kürzlich erschienene Buch ausverkauft, demnächst erscheint ein zweiter Band, wie Loser verriet. Er las Geschichten aus „Dr. Sepp“ und erzählte, wie das Buch entstand. Der bald 95jährige Josef Savary erzählte ohne ins Stocken zu geraten Beispiele aus seiner Tätigkeit als Arzt. Auch beim Apéro pflegte er mit wachem Interesse das Gespräch mit Besuchern. rz